Unsere Nachbarn – Neid ist die höchste Form der Anerkennung
Ein Blick auf die Meinung unserer Nachbarn aus Österreich und Schweiz rundet diesen gelungen Nachmittag ab. Die Foreneinträge bei Blick und Krone hier mal zusammengefasst:
1. 1:0 Klose steht im Abseits, begeht ein klares Foul (Rotwürdig) Tor darf also nicht zählen
2. Rooney ist nicht Abseits und macht natürlich ein Tor wenn nicht abgepfiffen wird
3. Lampard Schuss drin (stimmt sogar) (1:3)
4. Arne Friedrich hätte ganz klar mit Gelb Rot vom Platz gemusst
5. Vor einem der beiden Kontertore war klares Handspiel
Addiert man das zusammen hätte Deutschland 2:3 verloren und zwei Platzverweise bekommen.
Fazit: Das Spiel war ganz klar von Deutschland gekauft und der Schiedsrichter fährt nur noch Mercedes. Die FIFA will auch das Deutschland weiterkommt, wegen der Marktmacht und daher ist das ganze Turnier eine einzige Schiebung. Deutschland kommt ganz klar nur mit Schiebung oder Glück weiter.
P.S. Die Reaktionen der Engländer richten sich in erster Linie an die eigene Mannschaft.
Don´t mention the score! – No Goal
Neuer, Friedrich, Klose und Podolski hätten nach Meinung der Fussballexperen gar nicht auf dem Platz stehen oder gar nicht erst dabei sein dürfen. Spätestens nach diesem Highlight von Sonntag sollten diese Frage beantwortet sein.
Mit einer Gala wie sie nur wenigen Deutschland zugetraut haben, fegten sie die Engländer vom Platz. Das nicht alles Gold war was da glänzte zeigten sie in den Minuten vor der Pause. Nach dem 2:0 wurden die Konter nicht konsequent zu Ende gespielt und prompt kassierte man den Anschlusstreffer. In der Folgezeit wackelte die Hintermannschaft bedenklich. Lampard Wembleytor nicht gegeben, Özil war nicht der Glanzpunkt wie ihn viele gesehen haben wollten. Zu lässig im Abspiel, nicht konsequent in den Zweikämpfen war er eher einer der Schwachstellen in der deutschen Mannschaft. Podolski spielt nicht auf Özil ab, also legte Özil auch nicht auf Podolski ab. Kindergarten.
Aber auch in dieser Phase versuchte sich Deutschland spielerisch zu befreien und blieb gefährlich. Etwas mehr Unterstützung von aussen hätte ihnen aber gut getan und wieder zögerte Löw mit den Wechsel sehr lange. Mit zwei blitzsauberen Kontern abgeschlossen von Thomas Müller wurde der Endstand hergestellt.
Deutschland ist wieder unter den letzten Acht, zum vierzehnten Mal in Folge und hat schon mehr erreicht, als viele diesem jungem Team zugetraut. Jetzt gegen Argentinien oder Mexiko, hat man nichts mehr zu verlieren.
Ciao Italia – Oranje boven
Eine Konstante, eine Serie der letzten 26 Jahre bei Fussballweltmeisterschaften ist zu Ende gegangen. Das erste Mal seit 1974 ist Italien wieder in der Vorrunde gescheitert. Die Fussballnation die zusammen mit Deutschland das WM Sieger Gen verkörperte. Man kann noch so grottig kicken, irgendwie wurschtelt man sich durch und wenn man oben auf dem Treppchen steht, wer fragt dann noch danach wie man dahin gekommen ist.
Diesmal funktionierte es aber nicht. Selbst Neuseeland war am Ende besser als die Azzurri die als Gruppenletzter die Heimreise antreten müssen. Trainer Lippi nahm in einer grossen Geste die Schuld auf sich, aber damit würde es sich Italien zu leicht machen. Gibt es in der Seria A keine Talente so dass man mit den 4 Jahre älteren Weltmeistern nochmal antreten muss? Langsam ohne Ideen und ohne Mut stolperte Italien durch das Turnier, hinten mit ungewohnten Schwächen und vorne Harmlos.
Ein Blick auf den Championsleague Sieger Mailand zeigt, dass Italien das gleiche Problem hat wie die anderen Ligen. Es dominieren die Ausländer in den grossen Teams, sie sammeln dort die internationale Erfahrung und die eigenen Talente bleiben auf der Strecke. Bayern München ist da die eine rühmliche Ausnahme.
Paraguay und Slowakei ziehen verdient ins Achtelfinale ein. Dort treffen sie auf die Niederlande und Japan. Den Asiaten gelang das Kunststück nach 2002 im eigenen Lande sich erneut für eine Achtelfinale zu qualifizieren und dabei Dänemark und Kamerun hinter sich zu lassen.
Robben hatte gestern seinen ersten Auftritt und bereitete prompt den Siegestreffer vor. Den ganz grossen Glanz konnte die Elftal noch nicht verbreiten, aber dafür spielen sie erfolgreich. Das kann sie in dem Turnier noch weit bringen, wie ihr grosser Nachbar bewiesen hat. Selten schön aber meistens erfolgreich, wie unzählige Halbfinalspiele mit deutscher Beteiligung beweisen. Heisst für Holland etwa – von Deutschland lernen heisst siegen lernen? So weit sind wir dann doch noch nicht. Dazu müssen sie erst einmal ein Elfmeterschiessen gewinnen.
Die Serie hält
16 Weltmeisterschaften nach dem 2. Weltkrieg. 16 Weltmeisterschaften in denen mit einer Vorrunde gespielt wurde. 15 Weltmeisterschaften bei denen Deutschland zugelassen war und 15x hat sich Deutschland qualifiziert UND 15x hat Deutschland die Vorrunde überstanden, einsamer Weltrekord. Keine andere Fussballnation hat das geschafft. Selbst Brasilien 16x qualifiziert scheiterte einmal 1966 in der Vorrunde.
Es war ein Zittersieg gegen Ghana und nichts für schwache Nerven. Özil hätte in der ersten Halbzeit unsere Nerven schonen können, scheiterte aber wieder einmal vollkommen frei am Torwart. Deutschland wirkte gehemmt, gebremst und belastet durch die Drohung eine historische Schmach zu erleiden mit wackligen Knien. Die Entscheidung der Delegationsleitung sicherheitshalber schon mal den Rückflug zu buchen, wird auch nicht zur Beruhigung der Nerven beigetragen haben. Insgesamt präsentierte sich die sportliche und organisatorische Leitung in den letzten Tagen recht unsouverän. Gegen Serbien sah es so aus als ob Löw bald in Tränen ausbricht. Dabei hatte er zur Niederlage sein Scherflein beigetragen.
Das deutsche Team quälte sich gegen defensive Ghanaer durch das Spiel und offenbarte mit zunehmender Spieldauer bedenkliche Aussetzer in der Hintermannschaft. Auch das 1:0 wirkte nicht beruhigend. Wir Zuschauer konnten erst nach den beiden Toren der Socceroos aufatmen.
Der Überraschungssieger der Gruppe C ist die USA, die sich auch von einem wieder einmal nicht gegebenen Tor, aus der Bahn werfen liessen und den Gruppensieg mit einem Last Minute Sieg klar machten. England zeigte erstmals eine ansprechende Leistung und konnte sich als zweiter fürs Achtelfinale qualifizieren. Dort treffen sie jetzt auf Deutschland und für dieses Spiel rüsten sie sich mal wieder mit den üblichen Kriegsmetaphern und dem Nazijargon. Alles was sie eben brauchen, um eine 40 Jahre alte Phobie zu überwinden. Schliesslich haben sie alle wichtigen Spiele bei einer WM und WM nach 1966 gegen Deutschland verloren.
Deutschlands sportliche und medizinische Abteilung hat noch viel zu tun bis dahin, damit auch die nächste Serie hält. Seit der Einführung des Achtelfinales 1986 ist Deutschland in 6 Spielen, 6x als Sieger vom Feld gegangen.
Der Fussballfunktionär – Das bekannte Unwesen
Der Fussballfunktionär an sich, gedeiht in seinem eigenen Mikrokosmos. Er hat eine eigene Sicht auf die Dinge. Spannend wird es wenn er mit der realen Welt konfrontiert wird, dann ereignen sich interessante Dinge. Manchmal sind es rhetorische Höchstleistungen, manchmal will er aber auch nicht wahrhaben, dass es Dinge ausserhalb seines Machtbereichs gibt, die sich nicht seinem Willen beugen.
Hier eine kleine Auswahl an WM Highlights
1938 – Aufstellung nach Quote
Nachdem „Anschluss“ Österreich an das Deutsche Reich sollte eine Supernationalmannschaft zur WM nach Frankreich geschickt werden. Kombinierte man die Mannschaften des 3. und 4. der letzten Weltmeisterschaft miteinander, musste Deutschland Weltmeister werden. Das beide Teams unterschiedliche Stile hatten spielte keine Rolle. Die bereits qualifizierten Österreicher wurden zurückgezogen. Es wurde ein Testspiel zwischen Deutschland und Österreich. Da Österreich gewann wurde die Mannschaft mit 6:5 aufgestellt und schied bereits in der ersten Runde aus.
1954 – Rhetorik
Nachdem deutschen WM Sieg lobte der DFB Präsident Peco Bauwens das deutsche Team in den höchsten Tönen. Seine Wortwahl ist dabei wenig glücklich und erinnert doch sehr, an gerade vergangene Zeiten. Wenn aber andere auf dem Spielfeld herumturnen mit ihren Fahnen vor dem Spiel, dann geht es nicht an, dass unseren Leuten verboten wird, unsere stolze deutsche Fahne zu führen. Das lassen wir uns nicht gefallen. Unsere Mannschaft hat ihnen heute die Quittung gegeben. Bauwens führte den Sieg von Bern auf den Beistand des germanischen Kriegsgottes Wotan und das Führerprinzip in der Mannschaft zurück.
1974 – Takt
Nachdem gewonnen Endspiel gegen Holland, stellten die deutschen Spieler fest, dass bei der Siegesfeier nur die Frauen der Funktionäre anwesend waren und die Spielerfrauen im Vorraum warten mussten. Als einige Spieler ihre Frauen zu sich an den Tisch holen, werden die Frauen prompt wieder hinaus geworfen. Die Spieler verlassen daraufhin hin das Bankett, ziehen mit ihren Frauen durch die Münchener Discos und schicken die Rechnungen an den DFB. Gerd Müller und Wolfgang Overath spielten danach nicht mehr für Deutschland.
1982 – Tatsachenentscheidung?
Bei Vorrundenspiel zwischen Frankreich und Kuweit ertönte in einen französischen Steilpass ein Pfiff aus dem Publikum. Die Spieler von Kuweit dachten an Abseits, blieben stehen und Frankreich erzielte das 4:1. Daraufhin verbot der kuweitische Scheich seiner Mannschaft Weiterspielen und stürmte auf das Spielfeld, um mit dem Schiedsrichter zu diskutieren. Nach längeren Diskussionen nahm dieser die Entscheidung zurück und annullierte das Tor. Das Spiel ging weiter, Frankreich gewnn trotzdem 4:1. Der Schiedsrichter wurde anschliessend nach Hause geschickt.
1994 – Aberglaube
Im Qualifikationsspiel zwischen Uruguay und Brasilien verbietet der brasilianische Trainer Parraira seinem Torwart Taffarell mit dem ehemaligen Nationaltorwart Barbosa zu sprechen. Kurz darauf wird Barbosa von einem Funktionär des Stadions verwiesen. „Schafft ihn fort, er bringt nur Pech!“ Barbosa hatte 44 Jahre!! zuvor den Siegtreffer Uruguay bei WM in Brasilien nicht verhindern können.
2010 – Gespür für die Situation
Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Ghana gibt sich die deutsche Teamleitung zuversichtlich sich für das Achtelfinale zu qualifizieren, bucht aber sicherheitshalber für den nächsten Tag den Rückflug
Die Fifa Schiedsrichterkommission sieht in Südafrika nur gute Schiedsrichter und setzt beim Spiel England – Slowenien mit einem sicheren Gespür einen deutschen Schiedsrichter an. Das England und Deutschland im Achtelfinale aufeinandertreffen können, stört sie nicht.
2010 – Umberto Bossi, kein italienischer Funktionär aber italienischer Politiker verkündet, dass Spiel gegen die Slowakei sei ohnehin gekauft.
« Vorherige Seite — Nächste Seite »