Diesmal funktionierte es aber nicht. Selbst Neuseeland war am Ende besser als die Azzurri die als Gruppenletzter die Heimreise antreten müssen. Trainer Lippi nahm in einer grossen Geste die Schuld auf sich, aber damit würde es sich Italien zu leicht machen. Gibt es in der Seria A keine Talente so dass man mit den 4 Jahre älteren Weltmeistern nochmal antreten muss? Langsam ohne Ideen und ohne Mut stolperte Italien durch das Turnier, hinten mit ungewohnten Schwächen und vorne Harmlos.
Ein Blick auf den Championsleague Sieger Mailand zeigt, dass Italien das gleiche Problem hat wie die anderen Ligen. Es dominieren die Ausländer in den grossen Teams, sie sammeln dort die internationale Erfahrung und die eigenen Talente bleiben auf der Strecke. Bayern München ist da die eine rühmliche Ausnahme.
Paraguay und Slowakei ziehen verdient ins Achtelfinale ein. Dort treffen sie auf die Niederlande und Japan. Den Asiaten gelang das Kunststück nach 2002 im eigenen Lande sich erneut für eine Achtelfinale zu qualifizieren und dabei Dänemark und Kamerun hinter sich zu lassen.
Robben hatte gestern seinen ersten Auftritt und bereitete prompt den Siegestreffer vor. Den ganz grossen Glanz konnte die Elftal noch nicht verbreiten, aber dafür spielen sie erfolgreich. Das kann sie in dem Turnier noch weit bringen, wie ihr grosser Nachbar bewiesen hat. Selten schön aber meistens erfolgreich, wie unzählige Halbfinalspiele mit deutscher Beteiligung beweisen. Heisst für Holland etwa – von Deutschland lernen heisst siegen lernen? So weit sind wir dann doch noch nicht. Dazu müssen sie erst einmal ein Elfmeterschiessen gewinnen.
]]>Es war ein Zittersieg gegen Ghana und nichts für schwache Nerven. Özil hätte in der ersten Halbzeit unsere Nerven schonen können, scheiterte aber wieder einmal vollkommen frei am Torwart. Deutschland wirkte gehemmt, gebremst und belastet durch die Drohung eine historische Schmach zu erleiden mit wackligen Knien. Die Entscheidung der Delegationsleitung sicherheitshalber schon mal den Rückflug zu buchen, wird auch nicht zur Beruhigung der Nerven beigetragen haben. Insgesamt präsentierte sich die sportliche und organisatorische Leitung in den letzten Tagen recht unsouverän. Gegen Serbien sah es so aus als ob Löw bald in Tränen ausbricht. Dabei hatte er zur Niederlage sein Scherflein beigetragen.
Das deutsche Team quälte sich gegen defensive Ghanaer durch das Spiel und offenbarte mit zunehmender Spieldauer bedenkliche Aussetzer in der Hintermannschaft. Auch das 1:0 wirkte nicht beruhigend. Wir Zuschauer konnten erst nach den beiden Toren der Socceroos aufatmen.
Der Überraschungssieger der Gruppe C ist die USA, die sich auch von einem wieder einmal nicht gegebenen Tor, aus der Bahn werfen liessen und den Gruppensieg mit einem Last Minute Sieg klar machten. England zeigte erstmals eine ansprechende Leistung und konnte sich als zweiter fürs Achtelfinale qualifizieren. Dort treffen sie jetzt auf Deutschland und für dieses Spiel rüsten sie sich mal wieder mit den üblichen Kriegsmetaphern und dem Nazijargon. Alles was sie eben brauchen, um eine 40 Jahre alte Phobie zu überwinden. Schliesslich haben sie alle wichtigen Spiele bei einer WM und WM nach 1966 gegen Deutschland verloren.
Deutschlands sportliche und medizinische Abteilung hat noch viel zu tun bis dahin, damit auch die nächste Serie hält. Seit der Einführung des Achtelfinales 1986 ist Deutschland in 6 Spielen, 6x als Sieger vom Feld gegangen.
]]>Desaströs fasst das zusammen was England, Italien und Frankreich bisher bieten. Italien fast schon chronisch schwach in der Vorrunde, lässt aber diesmal keine Ansätze erahnen die Besserung geloben. England, sicher durch die Qualifikation marschiert, bekommt auf dem Platz nichts auf die Reihe und ist mit internen Streitereien beschäftigt. Zerfällt hier ein Team vor unseren Augen?
Die französische…. Ja was eigentlich? Von einem Team kann man nicht reden und diesen Haufen Egomanen als Mannschaft zu bezeichnen ist eine Beleidigung für jede Thekentruppe. Also das französische Dings zelebriert in aller Öffentlichkeit die Übung: Selbstzerstörung leicht gemacht!
Alle drei sollten ihren Koffer packen und nach Hause fahren. Tatsächlich wird aber wahrscheinlich eher Neuseeland nach Hause fahren, als Italien. „Der schiefe Turm von Pisa ist standfester!“, lästerten die Kiwis nachher über de Rossi, der für seinen Einsatz auch noch zum Man of the Match gewählt wurde.
Frankreich hat auch noch die Chance weiterzukommen, weil Südafrika schwach ist und alle Welt an Uruguay und Mexiko appelliert, nicht auf Unentschieden zu spielen. Frankreich 2010 ist aber nicht Algerien 1982 und damit nix in der zweiten Runde zu suchen.
England hat es gegen Slowenien selbst in der Hand, aber wie soll es diese Ideenlose Mannschaft schaffen ein Tor zu schiessen?
Der letzte Spieltag verspricht viel Spannung, da in kaum einer Gruppe die Situation klar ist:
Gruppe A Uruguay und Mexiko werden es wohl machen, aber Frankreich und Südafrika mit theoretischen Chancen
Gruppe B Argentinien durch, alle drei anderen noch mit Chancen
Gruppe C Alle vier Mannschaften können den Sprung in die nächste Runde schaffen.
Gruppe D Sogar Australien hat noch theoretische Chancen
Gruppe E Niederlande durch. Japan und Dänemark haben ein echtes Endspiel
Gruppe F Alle 4 Mannschaften noch mit Chancen
Gruppe G Brasilien und Portugal durch, es sei denn Elfenbeinküste holt 9 Tore auf
Gruppe H Sogar Honduras hat noch theoretische Chancen
Jetzt wird’s spannend!
]]>The Guardian
“Es war aussergewöhnlich, nicht zuletzt weil Deutschland einen Elfmeter verschoss. Deutschland verschosse einen Elfmeter. Deutschland verschoss einen Elfmeter – Tatsächlich!”
Daily Mail
“Der kann doch kein Deutscher sein! Podolski verpatzt einen Elfmeter…aber er wurde auch in Polen geboren!”
England – Algerien
The Sun
“Die Höhepunkte des Spiels in einer Zusammenfassung: 19.30 Uhr Algerien hat Anstoss. 19:42 Ein kleiner brauner Vogel sitzt auf dem Tor Algeriens – ähem, das wars!”
(Quelle KSTA)
]]>Und Nein es lag nicht am Schiedsrichter, Deutschland hat sich selbst geschlagen.
Losgelöst von allen Personaldiskussionen die 11 bzw. 10 Spieler die am Anfang auf dem Platz standen hätten das Spiel gewinnen können.
Knackpunkte:
- Podolski rückte in erster Halbzeit immer wieder in die Mitte, dadurch war die linke Seite verwaist und die Mitte noch enger
- Nur wer schiesst kann Tore erzielen. Deutschland wollte den Ball in der ersten Halbzeit aber ins Tor zaubern. Kaum Schüsse auf das serbische Tor stattdessen noch ein Pass und noch ein Haken und noch ein Pass und noch ein Haken
- Kloses Platzverweis – Warum tritt er Gelb verwarnt von hinten rein? Egal ob die Karten zu schnell gezogen wurden, zu dem Zeitpunkt waren schon vier oder fünf verteilt.
- Die kpl. serbische Abwehr ist Gelb verwarnt und Deutschland sucht nicht das 1:1. Zu keiner Zeit in der zweiten Halbzeit war die Abwehr in Gefahr sich auch eine Gelb-Rote Karte einzuhandlen
- Löw wechselt zu spät und lässt Özil zu lange als Mittelstürmer stehen
Was war gut?
Deutschland spielte von Anfang passsicher und lies sich nicht zu unnötigen Ballverlusten zwingen. Nach Kloses Eselei waren sie unaufmerksam und kassierten das 0:1. Aber auch danach war Deutschland überlegen und erspielte sich zahlreiche Chancen. Alleine Podolski hätte das Spiel wenden können oder müssen. Aber wie heisst die alte Weisheit – Erst kein Glück und dann kam noch Pech dazu. Deutschland junges Team bewies eine hervorragende Moral und erst der verschossene Elfmeter versetzte ihnen einen Knacks. Am Ende fehlte dann auch noch die Frische, die Wechsel kamen zu spät, um den entscheidenden Punch zu setzten. Angst um den Verbleib im Turnier muss man aber nicht haben, bei dem was sie in den zwei Spielen gezeigt haben.
]]>Englands Probleme sind Tradition – aber die anderen?
Vielleicht ist die Erklärung recht einfach. Bei zwei Mannschaften die sich gegenseitig neutralisieren und keine Chancen zulassen, hat der Torwart wenig zu tun, muss sich aber permanent unter Spannung halten. Er sollte immer auf dem Sprung sein, sollte immer wachsam sein aber einen Ball bekommt er nur beim Rückpass. Im Grunde ist er kalt.
Und dann kommt auf einmal eine halbwegs gefährliche Flanke. Jetzt hat er endlich die Gelegenheit sich auszuzeichen, also raus aus dem Tor und ran an den Ball und schon segelt er an der Flanke vorbei. Oder es kommt ein seltenes Schüsschen auf das Tor und der Torwart konnte die Konzentration und Spannung nicht hoch halten. Also ist er beim Versuch den Kullerball aufzunehmen nicht 100 % konzentriert und schwupps ist es passiert. Ein Fehlgriff und DAS TOR ist gefallen. Und das sich die Fehlgriffe häufen, alle über Jabulani spekulieren und viele Spiele torarm sind macht die Torhüter nicht sicherer. Kann sein ? Muss aber nicht – denn Nigerias Torhüter hatte sich mehrfach ausgezeichnet bevor er seinen Bock schoss. Was immer die Gründe sind, die Torhüter können sicher sein – wenn die KO Spiele beginnen wird sich das Augenmerk und die Kritik den Schiedsrichtern zuwenden und die Torhüter werden wieder die Helden (des Elfmeterschiessens) sein.
]]>Argentinien zaubert und wirbelt Südkorea durcheinander und präsentiert sich auch weiter als Titelkandidat. Das sie noch nicht sicher im Achtelfinale sind verdanken sie zwei Blackouts von Nigeria. Zuerst die Tätlichkeit von Kaita und dann der Patzer von Enyeama Nigerias besten. Griechenland ist überraschend noch im Rennen, auch weil Obasi kläglich vor dem leeren Tor vergab. Der Kampf um Platz zwei hinter Argenitnien wird spannend.
]]>Trotz aller Sichheitsvorkehrungen kam es im Anschluss an das Deutschland spielen zu Ausschreitungen. Die Polizei musste Tränengas einsetzen, um die Randalierer zu vertreiben. Bei den “Hooligans” handelte es sich weder um deutsche noch australische Fans sondern um den Stadion Sicherheitsdienst. Diese randalierten für höhre Löhne. Sie fühlen sich über den Tisch gezogen, da im Vorfeld andere Stundenlöhne im Gespräch waren.
Delling erklärte im Verlaufe des England Spiels den ehemaligen Weltklassetorhüter Gordon Banks für tot. “Er wird sich im Grabe umdrehen!” Im serbischen Fernsehen konnte man diese Nachricht noch toppen. Dort wurde berichtet, dass Manuel Neuer im Tor steht, da Robert Enke verletzungsbedingt fehlt.
]]>Die einzigen Ausnahmen bilden hier, wie schon 2006, Deutschland und Argentinien. Zwar hat Deutschland auch den zweiten Stürmer rausgenommen spielt aber weiter offensiv und so überzeugend, dass Deutschland (fast) ausnahmslos von der ausländischen Presse bejubelt und gelobt wird. Die Ausnahme ist Argentinien – dort war zu lesen Deutschland spielte nicht schön aber effektiv. Auch Argentinien wusste spielerisch zu überzeugen, nur mit dem Abschluss haperte es noch.
Die sonstigen Favoriten:
Der Weltmeister – Wie immer in der Vorrunde, Italien hat nicht gezeigt aber auch nicht verloren. Man muss abwarten.
Der Vizeweltmeister – Im französichem Lager steht jeder gegen jeder und jeder gegen den Trainer. So sah es vor vier Jahren auch schon aus, aber da hatten sie noch Zidane. Jetzt haben sie Ribery dem sind die Schuhe aber noch etwas gross.
Der Immer-Favorit – Brasilien erwartet taktisch, erwartet nüchtern und genauso uninspiriert und langweilig wie die anderen.
Das Ein-Mann-Team – Cristiano Ronaldo möchte der beste Fussballer der Welt sein und sehr gerne Weltmeister werden. Nun Träume sind was Schönes und die Gedanken sind frei.
Das Zehn-Mann-Team – England als Erfinder dieses Sports möchte sich und aller Welt beweisen, dass sie den besten Fussball spielen. Um ihre Dominanz zu unterstreichen, verzichten sie seit Jahren schon darauf mit Torwart zu spielen. Daher wird es auch dieses Jahr nix werden.
Die Schönspieler – Die Niederlande spielen nicht mehr typisch holländisch elegant und schön sondern typisch deutsch d.h. effektiv und erfolgreich. Beängstigend! Wo soll das hinführen? Am Ende kommen sie noch ins Endspiel.
Der Europameister – Spanien legte einen klassischen Fehlstart hin. Mit der Mannschaft ist aber trotzdem noch zu rechnen.
Ist am zweiten Spieltag besserer Fussball zu erwarten? Nicht wirklich. Wenn schon am ersten Spieltag galt bloss nicht verlieren, gilt das am zweiten erst recht. Allerdings sollte man die Hoffnung nie aufgeben und immerhin findet die WM am Kap der Guten Hoffnung statt.
]]>Auch der zweimalige Weltmeister Uruguay machte einen grossen Schritt dorthin durch den Sieg über Südafrika. Der Gastgeber liess in 90 Minuten nichts erkennen was daran glauben lässt, dass sie einen nicht überzeugenden Vizeweltmeister schlagen könnten. Da hilft auch alles Tröten nicht, im Gegenteil ein paar Anfeuerungsrufe und Fangesänge wären gestern angebracht gewesen. Vielleicht haben die Dauertröter bald ein einsehen.
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